Homöopathische Tierheilkunde
Pferd

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Was war hier geschehen?
Hexe hatte aufgrund ihrer Abstammung einen Weg als Turnierpferd "vorgezeichnet". Solche Pferde gelangen meistens vom Züchter direkt in einen Ausbildungsstall. Dort werden solchen Pferden in kürzester Zeit die Grundlagen der Reiterei beigebracht, um das Pferd gewinnbringend verkaufen zu können. Auch Hexe hatte diesen Weg genommen, fiel aber wahrscheinlich schon im Auasbildungsstall wegen ihrer Neigung zur Hysterie negativ auf. Ihrem Verhalten begegnete man mit Druck, aber anstelle aufzugeben, verselbständigte sich das Verhalten in Raserei. Sportpferde müssen einen starken Charakter haben, sonst können sie keine Höchstleistungen abrufen, und diese charakterliche Stärke wird dann oftmals zu einem Problem. Hexe kam aufgrund íhres Fehlverhaltens dann zu einem Bereiter, der wahrscheinlich versuchte, ihr ihre "Marotten" auszutreiben. Als daß nicht funktionierte, wurde sie eben so verkauft.
Ein solches Verhalten läuft dann oft wie in einer Spirale weiter. Obwohl der Auslöser für die Raserei nicht mehr da war, kam Hexe aus der Spirale der Angst, gepaart mit Widerstand, nicht mehr heraus. Und irgendwann war das für sie selbst nicht mehr kontrollierbar. Durch das homöopathische Mittel kam Hexe noch einmal mit den Gewalterlebnissen ihrer Jugend in Kontakt. Deshalb wahrscheinlich auch die Depression. Nach meiner Erfahrung passiert es oft, daß Tiere, welche Gewalt erlebt haben, im Laufe einer Behandlung in eine Depression gehen, und später dann die Erholung einsetzt. Es ist wie in der psychotherapeutischen Arbeit, man geht noch einmal in das Geschehene, dann durch das Trauma hindurch und dann in die Genesung. Bei Tieren, bei denen das auslösende Trauma bekannt ist, konnte ich beobachten, daß sie eine ähnlichen Situation noch mal herbeiführten und dann mit dem Besitzer noch einmal durchlebten.
Mich persönlich beeindruckt dabei eine Tatsache immer wieder und berührt mich zutieftst: Tiere, welche jahrelang gelitten haben, unter Gewalt oder auch "nur" unter dem Unverständnis der Menschen um sie herum, sind fast immer und auch noch in hohem Alter bereit, den verursachenden Menschen zu verzeihen und die Beziehung noch einmal neu zu beginnen, vorausgesetzt, der Mensch ist bereit dazu, sich selbst und seinen Umgang zu verändern.

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